Don't believe the hype

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Nach-G8-Artikel: Don't believe the hype, Polizeigewalt, Erweiterte Amtshilfe



Sammlung von Falschmeldungen zum G8 in den Medien, um daraus einen Artikel zu machen.

Lügen

"Lasst uns den Krieg in diese Demo tragen"

Eine dpa-meldung verbreitet, dass der philippinische Soziologieprofessor und Träger des alternativen Nobelpreises Walden Bello von der Bühne herunter gesagt habe, man müsse "den Krieg in diese Demonstration tragen", während die Straßenschlachten passierten. Diese Meldung geht durch alle Medien.

  • Spiegel Online-Ticker von Samstag, 18.30 Uhr: "Auf der Kundgebungsbühne stachelt ein Redner die militante Szene auf: "Wir müssen den Krieg in diese Demonstration reintragen. Mit friedlichen Mitteln erreichen wir nichts.""
  • dpa-Meldung von Samstag, 18.41 Uhr: "Um 17.30 Uhr werden die ersten Autos angezündet, während unweit vom Tatort auf der Kundgebungsbühne ein Redner die militante Szene noch mit klaren Worten aufstachelt: "Wir müssen den Krieg in diese Demonstration reintragen. Mit friedlichen Mitteln erreichen wir nichts." Und dann beschwört er noch den Geist von Genua. Die italienische Hafenstadt ging 2001 mit einem zweifelhaften Eintrag in die G8-Annalen ein, als sich militante Demonstranten zwei Tage lang erbitterte Straßenkämpfe mit der Polizei lieferten."
  • Originaltext von Walden Bello: "Two years ago they said: 'Do not bring the war into the discussions. Just fucus on poverty reduction.", when we say: We have to bring the war right into this meeting. Because without peace there can be no justice. In other words: Let us raise the cry 'The United States and Britain out of Iraq!'. Let us raise the cry: 'NATO out of Afganistan!'. And in the next few days, let us make sure that the G8 is able to feel our presence by joining the blockades to drive them out of Heiligendamm. Down with the G8! Support the people of the world!"
  • Übersetzung während der kundgebung: "Vor zwei Jahren hat es geheißen wir sollen den Krieg nicht in die Diskussionen mit reinbringen, wir sollen uns nur auf Armutsbekämpfung konzntrieren. Aber ich sage wir müssen den Krieg hier mit reinbringen, denn ohne Frieden kann es auch keine Armutsbekämpfung geben. Lasst den Ruf ertönen: 'USA raus aus Irak, USA raus aus Afghanistan!'. Und lasst uns sicherstellen, dass die G8 in den nächsten Tagen unsere Anwesenheit spüren, indem wir alle bei den Blockaden mitmachen und sie aus Heiligendamm vertreiben. Nieder mit der G8! Unterstützt die Völker der Erde!"
  • Korrektur von dpa am Sonntag, 15.59 Uhr: "Rostock (dpa) - Der Aufruf zum "Krieg", mit dem ein Redner während der Krawalle am Samstag in Rostock die militante Szene angestachelt hatte, war nach Darstellung der Protest-Organisatoren ein Übersetzungsfehler. Der zitierte Redner Walden Bello habe in seiner englischsprachigen Rede dazu aufrufen wollen, gegen den Krieg im Irak zu protestieren, teilte die globalisierungskritische Organisation Attac am Sonntag mit. In der deutschen Übersetzung wurde daraus: "Wir müssen den Krieg in diese Demonstration reintragen. Mit friedlichen Mitteln erreichen wir nichts." Die Äußerung sei in diesem Zusammenhang missverständlich gewesen. Sie habe aber nicht auf Krawalle bei der Anti-G8-Demonstration abgezielt, betonte Attac."

Migrationsdemo: Vermummte als Grund für Polizeischikanen

Die Polizei begründete die Polizeischikanen bei der Demo am Migrationsaktionstag mit der Anwesenheit von 2.000 Vermummten in der Demonstration. Es seien Steine und Flaschen geworfen worden. Dies ist nicht wahr, was selbst vom (entmachteten) Einsatzleiter der polizei bestätigt wird.

  • RAV: "Im Verlauf behauptete die Pressestelle von Kavala, die Demonstration sei aufgehalten worden, da sich darin 2.500 vermummte, gewaltbereite TeilnehmerInnen befänden. Vor Ort bestätigte jedoch der Gesamteinsatzleiter, dass es zu keinerlei Straftaten gekommen sei und sich in der Demonstration kein einziger Vermummter befunden habe."
  • Legal Team: "Der örtliche Einsatzleiter schätzte die Demonstration als nicht gewalttätig ein und konnte keine Vermummung erkennen."

Blockaden: Steinewerfen als Grund für Polizeigewalt

Auf dem Weg zur Blockade bei Börgerende wurde eine kurzzeitig besetzte Straße unter Einsatz von Wasserwerfern und massiver Gewalt durch eine USK-Einheit aus Bayern geräumt. Die Tagesschau zeigt Bilder vom Wasserwerfereinsatz mit dem Kommentar: "Schließlich kommt es am Nachmittag doch noch zu Krawallen. Einige Demonstranten hatten mit Steinen geworfen, woraufhin die Polizei Wasserwerfer einsetzte." Bei der Aktion gingen keinerlei Angriffe von den DemonstrantInnen aus. Die Polizei räumte sie mit Tritten, Schägen und Knüppeleinsatz brutal von der Straße. Die Begründung, es hätte Stein- oder Flaschenwürfe gegeben, wird in verschiedenen Medien im Zusammenhang mit Polizeigewalt wiederholt.

Molotowcocktails bei der Galopprennbahn

ZDF Heute berichtet, bei der Blockade an der Galopprennbahn hätten sich DemonstrantInnen mit Molotowcocktails eingedeckt.

Agents Provocateurs sind "Autonome"

RTL Aktuell und ZDF Heute zeigen Bilder von der Enttarnung eines Agent Provocateur und sagen sinngemäß, Vermummte seien von Ordnern und friedlichen Demonstranten zurückgehalten worden, als sie Steine schmeißen wollten. Zitat RTL: "Vermummte wurden von Ordnern und friedlichen Deminstranten zurückgehalten, als sie Steine schmeißen wollten."

Zahl verletzter PolizistInnen

Wurfgeschosse gespickt mit Rasierklingen und Nägeln

Clowns attackieren mit Säure und Einwegspritzen

Artikel: Don't believe the hype!

Die Zeit um die Gipfelproteste um Heiligendamm war geprägt von einem Medienhype, der uns die fantastischsten Dinge vermitteln sollte. Clowns würden Polizisten mit Säure und Einwegspritzen angreifen, der ominöse schwarze Block taucht zufällig immer dann auf, wenn die Bullen prügeln und Menschen bewaffnen sich mit Mollies und Wurfgeschossen, die mit Rasierklingen und Nägeln gespickt sind. Der Medienmaschinerie ist nichts zu schade, um den legitimen Widerstand gegen die Politik der G8 zu diffamieren. Hier eine Sammlung einiger Lügen, die den Weg in die Medien fanden oder dort entstanden.